Älter, entspannter, eine weitere Galerie

Da habe ich es wieder ewig schleifen lassen, aber ich war echt zu platt, um mich um irgendwas zu kümmern. Dann kam der Geburtstag, und das ist immer ein guter Grund, Urlaub zu machen. Gesagt, getan. Kamera, Objektive, Ersatzakkus geschnappt und weg. Völlig planfrei, machen, worauf man Lust hat, wenn man dazu Lust hat, mit wem man möchte. Praktisch, wenn sich dann alle drei Punkte auch noch unter einen Hut bringen lassen.

Das erste Ziel, das ich hatte, war Innsbruck. Eher aus einem Gag heraus. Die Entwickler bei orbx Simulation Systems haben in ihrem Innsbruck-Scenery auch einen Planespotter am Terminal platziert. Ich fand es lustig genug, die Gegebenheit nachzustellen und hab mir schon vorab Gedanken gemacht, mit was für einer Ausrüstung man dort wohl fotografieren könnte. In der Simulation sah es nach einem verdammt großen Objektiv aus, aber an der Stelle, wo der Spotter steht, kann man mit einem Supertele schon fast die Eichhörnchen an der Nordflanke des Tals fotografieren. Für den Verkehr, der keine 100m vor dem eigenen Standort abläuft, reichen 200mm schon dicke aus. Zwar klappte es nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber schön war der Tag dennoch. Abgesehen von den vier reiferen Damen aus Sachsen, die die Fahrt bis nach Garmisch doch etwas unangenehm machten. Der Flughafen in Innsbruck kann wirklich so genannt werden. Er liegt zwar nicht direkt im Stadtzentrum, aber das ist in einer Stunde zu Fuß erreichbar. Der Flughafen ist klein und recht übersichtlich, und vor allem im Sommer ist das Flugaufkommen eher gering, sodass auch Segelflieger ihren Stützpunkt an LOWI aufgeschlagen haben. Etwas, was zum Beispiel in München schier undenkbar wäre. Auch wirklich große Maschinen kommen eher nicht hin, wer sowas sucht, ist mit EDDM und LOWS besser bedient.

Sonst waren die ersten Tage von viel faulenzen und ein paar gemütlichen Spaziergängen durch Weilheim mit meinem Freund geprägt, woraus ich in der Tat die meiste Ruhe gewinnen konnte. Die letzten Tage waren dafür wieder etwas anstrengender. Die Mutter meines Freundes kennt den Betreiber des UL-Flugplatzes in Peiting, der ein wenig Unterstützung am Platz benötigt. Die Atmosphäre am Flugplatz genießen, vielleicht ein paar Ultraleichtflugzeuge fotografieren, jemandem helfen, der ein tolles Hobby hat und gegebenenfalls noch den einen oder anderen Fotoauftrag abstauben können, just why not?

An meinem Geburtstag gab es dann auch in der Tat eine richtig nette Überraschung für mich, ich hab einen Rundflug in einem Gyrocopter geschenkt bekommen. Tags darauf nach getaner Arbeit konnte ich bei herrlichem Flugwetter auch den Trip im Tragschrauber antreten, einmal das Oberland von oben genießen. Ursprünglich geplant war ein Trip von 30 bis 40 Minuten, als wir aber – leider – wieder Boden unter den Rädern hatten, waren fast 60 Minuten ins Land gestrichen. Von mir aus hätten wir aber gar nicht zu landen brauchen. In meinem Kopf ging es nur „Wow!“ Nur das Dröhnen des Motors und ab und zu die Stimme des Piloten auf dem Intercom in den Ohren, kann man so wunderbar abschalten, den Kopf frei bringen und einfach mal die Freiheit in der dritten Dimension genießen. Zwischendrin vielleicht auch mal die mitgenommene Kamera über die Bordwand halten und ein paar Bilder von oben machen, eine neue Perspektive erfahren. Und lernen, dass so ein leichtes Ding wie der MTO Sport, in dem ich da saß, im Wind doch etwas anders reagiert, als ein großer Airliner, der dafür aber auch gut das 1000fache und mehr wiegen kann. Nicht verwackelte Luftbilder sind wirklich eine Kunst. Und ich beherrsche sie nicht, außer das Wetter hat ein Einsehen mit mir und beschert mir ein paar Momente ruhige Luft.

Nach einer letzten Nacht bei meinem Freund ging es nun also zurück, die Bilder sind sortiert und bearbeitet und bereits in einer Galerie verewigt. Wer wie ich auch mal gerne in einem UL-Flieger sitzen und sich das Alpenvorland von oben anschauen möchte, kann sich gerne auf der Site vom Flugplatz Peiting informieren.